Am 11.10.2011 hatten wir in unserem Lokal ein sehr interessantes Gespräch über Funktion der Nieren. Gehalten hat diesen sehr wichtigen und lehrreichen Vortrag  OA Dr. Marcus Saemann, Nephrologe im AKH.

Erwartungsgemäß kamen viele in unser Lokal, es wurden auch etliche Fragen gestellt und beantwortet. Leider war es nicht möglich Folien zum Kopieren für unsere Homepage zu bekommen, da sie zu medizinisch sind und es daher einer persönlichen Erklärung bedarf.

Aber zufällig bin ich im Internet auf einen Bericht gestoßen, der genau das wiedergibt, worüber wir gesprochen haben. Für alle, die nicht bei uns sein konnten, gebe ich das gerne weiter:

Sie ist 12 cm lang, 5 cm breit, 4 cm dick und je eine liegt beiderseits neben der Wirbelsäule unter dem Zwerchfell. Wissen Sie, um welches Organ es hier geht? Die Rede ist von der Niere - jenem Organ unseres Körpers, das die wichtige Aufgabe hat, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren

Aufgaben und Funktionen der Niere
Die Niere ist ein nicht zu unterschätzendes Organ. Sie regelt eine Reihe von Vorgängen im Körper, vorwiegend besitzt sie Ausgleichs- und Reinigungsfunktionen. Genauer betrachtet sind ihre Aufgaben folgende:

·       Sie ist am Stoffwechsel beteiligt und eliminiert Stoffwechsel-Endprodukte und Fremdstoffe: Das Blut wird zur Niere transportiert, wo kleine und kleinste Partikel herausfiltriert werden. Unter Partikel kann man sich einerseits Stoffe vorstellen, die der Körper noch brauchen kann wie z.B. Glukose,Elektrolyte und Aminosäuren sowie andererseits Stoffe, die ausgeschieden werden sollen wie etwaKreatinin, Harnstoff und Reste von Medikamenten. Die „guten“, brauchbaren Partikel wie Glukose, sollen natürlich nicht ausgeschieden werden, sondern über den so genannten Primärharn wieder zurück in den Körper gebracht werden, während die Giftstoffe über den Sekundärharn – den Urin – aus dem Körper abtransportiert werden.

·       Kontrolliert die Salz- und Wasserausscheidung: Weiters ist die Niere dafür verantwortlich, dass die Wasserbilanz im Körper stimmt. Wasser wird dem Körper über die Nahrung, Getränke und über im Stoffwechsel entstehendes Oxidationswasser zugeführt. Die Abgabe erfolgt durch Atemluft, Schweiß sowie Urin und Stuhl. Die Mengen der Aufnahme und Abgabe sollten sich ausgleichen und pro Tag 2,5 Liter betragen. Erhält der Körper zu viel oder zu wenig des täglichen Bedarfs, so regelt er das auch dementsprechend bzw. gibt Signale ab. Während bei einem Überschuss an Wasser vermehrt Urin ausgeschieden wird, entsteht bei einer Unterversorgung an Wasser ein Durstgefühl im Hypothalamus. Außerdem wird über die Niere auch der Salzhaushalt geregelt.

·       Reguliert den Säure-Basen-Haushalt:Mit der Nahrung werden viele Stoffe aufgenommen, die im Körper als Säure oder Base reagieren. Der pH-Wert des Blutes soll ständig im neutralen Bereich (7,4) gehalten werden. Liegt ein Missverhältnis vor, so kommt das Blut aus der Balance und es „kippt“, weil z.B. Übersäuerung eintritt. Um dieses Szenario zu verhindern, besitzt die Niere eine Pufferfunktion. Durch den Bicarbonat-Puffer wird ein zu niedriger bzw. zu hoher pH-Wert wieder in den grünen Bereich gebracht.

·       Produziert Hormone: Die Niere produziert die Hormone Calcitriol und Erythropoetin, die eine wichtige Rolle bei der Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) spielen. Ein weiteres Nieren-Hormon ist das für die Steuerung des Blutdrucks verantwortliche Renin.

Die Untersuchungen, die zur Feststellung einer Fehlfunktion durchgeführt werden, reichen von Bluttests bis hin zu Ultraschall und Computertomographie. Im Blut wird z.B. der Kreatininspiegel untersucht, um festzustellen, ob der Giftstoff Kreatinin ausgeschieden oder ins Blut zurücktransportiert wurde. Um einen besseren Vergleich ziehen zu können, bedient man sich der Methode der Kreatinin-Clearence, wobei man die Konzentrationen von Kreatinin im Blut und im Harn vergleicht, um so auf die Nierenfunktion rückzuschließen.


Prävention
Neben genetischen Veranlagungen können falsche Lebens-, Ernährungs- und Trinkgewohnheiten Nierenerkrankungen hervorrufen. Deswegen empfiehlt es sich:

·       Viel zu trinken: Um dem Körper genug Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen, sollte man mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag trinken. Ab dieser Menge arbeitet die Niere am besten und kann durch den Urin alle schädigenden Stoffe aus dem Körper entfernen.

·       Sich salzarm zu ernähren

·       Auf Alkohol, Kaffee und übermäßige Einnahme von Medikamenten zu verzichten: Die darin enthaltenen Giftstoffe müssen von der Niere filtriert werden und zusätzlich entziehen Alkohol und Kaffee dem Körper auch noch Wasser.

·       Regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen: Bluthochdruck und Diabetes mellitus können frühzeitig erkannt und als Risikofaktoren für Nierenversagen ausgeschaltet werden.

·       Fleisch in Maßen zu genießen: Das im Fleisch enthaltene Eiweiß wird in Harnstoff umgewandelt und belastet somit die Niere.

Autor: Julia Egermann

 

Mit den herzlichsten Grüßen eure Koordinatoren der SHG Wien, Brigitta Hölzl + Maria Sauerzopf

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