Günther, 1960

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Nachdem sich Günther das Handgelenk an einem Gurkerlglas gebrochen hatte war dieses Foto ein 'muss'.

Bei mir wurde 2003 COPD diagnostiziert..

..aber ich habe die Diagnose vorerst nicht ernst genommen und auch den Rat des Arztes das Rauchen aufzugeben nicht umgesetzt. Der Grund der Erkrankung ist in der 30-jährigen „Raucherkarriere“ (mit ungefähr 2,5 Packungen pro Tag) zu sehen und wohl auch in der Staub- und chemischen Belastung (Lacke) in meiner Tischlerei. Zum Diagnosezeitpunkt war der Fev1 bei 65%. 2010 hatte ich eine Grippe, die ich übergangen hatte und von da an war die Atemnot auch spürbar. Zu diesem Zeitpunkt, mit COPD 3, habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Im Job habe ich mehr Bürotätigkeiten gemacht, so ist es im Betrieb nicht gleich aufgefallen. Ende 2014 hatte ich einen Pneumothorax. Nach der Reha bekam ich einen Infekt und in der Klinik wurde dann auch noch ein Aspergilluspilz auf meiner Lunge entdeckt. Es war zwar noch geplant Lungenventile zu setzen, doch die Lunge war dafür schon zu geschädigt und zu wenig gesundes Lungengewebe vorhanden. Im Sommer 2016 kam es zur Erstvorstellung im AKH Wien.

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Mein Weg zur Transplantation

Über die Möglichkeit einer LuTX habe ich auf meiner Reha in Münster erfahren, davor hatte ich mich damit überhaupt nicht auseinandergesetzt. 2015 bis 2016 habe ich gekämpft. Ich wurde von den Ärzten im SALK (Slzbg. Landesklinik) auf diese lebensrettende Methode aufmerksam gemacht, diese und das gesamte Team in Salzburg haben alles Organisatorische rund um die Vorstellung im AKH Wien und die Evaluierungsuntersuchungen gemacht. Im Oktober 2016 kam es schon zur zweiten Vorstellung und am 23. 12. 2016 hat mich der „Weihnachtsengel“ aus dem AKH angerufen mit der Mitteilung, dass ich nun auf der Warteliste gelistet sei. Ich hatte nicht wirklich Fragen vorher, ich hatte keine andere Wahl, und somit stellten sich mir keine Fragen. Entweder eine neue Lunge oder mein Leben geht dem Ende zu. Ich war sehr schlecht beinander und entwickelte auch Panikattacken mit der Angst, dass die Luft ausgeht. Wenn z.B. die Sauerstofflieferung kam, habe ich mich schon 1 Stunde vorher auf den Weg gemacht die Tür aufzusperren und anzulehnen. Die Gedanken drehten sich nur um die COPD. Ende Jänner/Anfang Februar kam ich wieder akut in die SALK, da mein Co2 viel zu hoch war und es wurde eine BIPAP-Maske auch für zuhause angeordnet. Gleichzeitig wurde an das AKH eine Meldung gemacht und ich wurde "high urgent" gelistet.

Die Transplantation

3 Wochen später, am 28. Februar – an einem Faschingsdienstag – kam der ersehnte Anruf. 20 Minuten nach dem Telefonat kam auch schon die Rettung. Es war eine lustige Fahrt mit dem Team. In knapp 2 Stunden war ich auch schon im AKH Wien. Die ganze Last war abgefallen, ich hatte keine Panik, war ruhig …. Es konnte nur mehr besser werden! Der Chirurg kam kurz vorbei und kündigte an, dass die Spenderlunge nun da sei und er sie untersuchen werde und wenn alles passen würde, würde ich für die OP vorbereitet werden. Und so war es auch. Die ersten 1,5 Tage nach der LuTX fehlen mir, ich war zwar wach, kann mich aber an nichts erinnern. Die erste Erinnerung ist, dass ich aufgesetzt wurde, dann in einen Sessel rausgesetzt wurde und hier auch längere Zeit gesessen bin. Dieses Bild habe ich vor mir. Insgesamt war ich 5 Tage auf der Intensivstation und habe mich dann gut genug gefühlt, um auch ohne Physiotherapeuten die Wege auf der Station zu gehen.

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Wandern mit Hund Nora

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Die Reha auf Hochegg

Von der Psychologin des Transplant-Teams bekommt jede/r LuTX eine Mappe mit allen wichtigen Informationen für das Verhalten nach TX und auch eine Übersicht über die Medikamente.

Die Zeit, die sich das Ärzte- und Pflegepersonal nehmen tut gut, das hat mir geholfen! Eine TX ist eine große Sache im Leben und es geht eine Veränderung im Leben einher, mit den regelmäßigen Physiotherapien, der Bewegung im Freien und die Gespräche auch mit anderen PatientInnen. Das alles macht Mut und jeder Tag bringt Veränderungen und macht den Weg frei für das Leben wieder zuhause. Nach meiner LuTX hatte ich so eine Art „Massai-Gefühl“ …. Ich war unsterblich und stark. Vorher hatte ich nie Zeit und Lust zusätzlich Sport zu machen, jetzt ist Bewegung für mich sehr wichtig geworden. Einen regelrechten Drang hatte ich die Wege rund um das Reha-Zentrum zu bewältigen. Meine Muskulatur zu stärken. Ein Ziel auf der Reha war es die zweitstärkste Wandergruppe (Wandergruppe 2) zu schaffen … und am letzten Tag hatte ich es erreicht! Es war ein überwältigendes Glücksgefühl!

 

Heute

Es geht mir sehr gut. Mit dem Rad bin ich zuhause dann täglich an die 12 km gefahren (aufgeteilt auf vormittags und nachmittags). Ich hatte die Zeit dafür und hab sie auch genutzt. Ich habe nach LuTX Sachen gemacht, von denen ich vorher dachte sie nicht mehr erleben zu können. Früher bin ich viel gereist, das ist mir nun nicht mehr so wichtig. Auch wegen der medizinischen Situation bzw. auch aus hygienischen Gründen in vielen Ländern. Ich wurde diesbezüglich vorsichtiger. Die Vorstellung in der Lungentransplantations-Ambulanz ist der Beginn eines neuen Lebens. Ich lernte egoistischer zu werden, das Umfeld ändert sich nicht, die Probleme kommen oft von außen. „Mich regt vieles nicht mehr auf, ich habe es überlebt!“

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Pressekonferenz zum Thema Lungentransplantation

Ich möchte allen Menschen, die vor kurzem lungentransplantiert wurden eines mit auf den Weg geben:
Passt auf, auf das neue Organ. Versucht ein normales Leben zu führen, nicht verschreckt und nicht abgekapselt. Nehmt aktiv am Leben teil.

 

Ich persönlich zünde in Kirchen, die eine Anziehung für mich haben, in Gedenken an meine/n Lebensretter/in eine Kerze an. Ich frage mich ob jemand an diese Person denkt, und wenn nicht, dann bin es zumindest ich.

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