Diözesanbischöfe sehen Hirntodkonzept und Organspende positiv

Aus aktuellem Anlass hat der Verband den Diözesanbischof von Linz, Dr. Ludwig Schwarz, um eine Stellungnahme zum Hirntodkonzept, das der postmortalen Organentnahme zugrunde liegt, gebeten.

Der von Bischof Schwarz konsultierte Diözesanbischof von St. Pölten, Dr. Klaus Küng, hat daraufhin in seiner Stellungnahme folgendes ausgeführt:

„....   wird unter intensivmedizinischen Voraussetzungen neben dem traditionellen Kriterium des endgültigen Aussetzens der Herz- und Kreislauftätigkeit auf das Kriterium des „Hirntodes“ zurückgegriffen. Die Katholische Kirche hat sich in verschiedenen Dokumenten für die Gültigkeit dieses Kriteriums ausgesprochen.  ......  Daher kann der für die Feststellung des Todes verantwortliche Arzt dieses Kriterium in jedem Einzelfall als Grundlage benutzen, um jenen Gewissheitsgrad in der ethischen Beurteilung zu erlangen, den die Morallehre als „moralische Gewissheit“ bezeichnet. Diese moralische Gewissheit gilt als notwendige und ausreichende Grundlage für eine aus ethischer Sicht korrekte Handlungsweise.......“

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Gesundheitsausschuss billigt neues Transplantationsgesetz

Transplantationsgesetz im Gesundheitsausschuss des Parlaments beschlossen.

Österreich wird erstmals ein Transplantationsgesetz bekommen – die bisher in diversen anderen Gesetzen enthaltenen Bestimmungen wurden EU-konform zusammengefasst. Für Herz- und Lungentransplantationen  wird sich an der gesetzlichen Regelung nicht viel ändern.

Wenn der Hausarzt Generika verschreibt

Alle Immunsuppressiva finden sich in der „Grünen Box“, d.h. sie dürfen mit Angabe der Diagnose („Stat. post-HTX“ bzw. „ Stat. Post-LuTX“) ohne chefärztliche Geneh­migung verordnet werden.

Aus Spar­samkeitsgründen oder Uninformiert­heit kommt es jedoch immer wieder vor, dass zur Immunsuppression Generika, die nicht von den TX-Zentren verordnet wurden,   verschrieben werden.

 

Was kann der Patient tun?

Den Arzt informieren und sich weh­ren!

1. Den Arzt informieren, dass für Transplantierte jegliche Umstellung von Immunsuppressiva aus­schließlich durch die Ärzte der TX-Zentren erfolgen darf, damit die not­wendige individuelle Kontrolle bei der Umstellung gegeben ist.


2. Sollte diese Information den Arzt nicht überzeugen, soll er bitte im Er­stattungskodex (www.erstattungsko­dex.at) nachschauen – alle Original-Immunsuppressiva sind für Transplantierte zugelassen!
Hilft das noch immer nicht, ersuchen Sie den Arzt, sich sofort mit dem zuständigen Chefarzt in Verbindung zu setzen.
 

3. Sollte es auch seitens der Kran­kenkasse (Chefärzte) Schwierigkeiten geben, dann - und nur dann bitte! - unbedingt Hrn. Sekt.Chef Aigner per­sönlich (, Tel. 01 711004884) bzw. Frau Dr. Bucsisc(. at, Tel. 01 711323838) verständigen.
 

Zitat Sekt.Chef Aigner: „In unserer Sicht der Welt darf es eine Weigerung für die Verordnung von Immunsuppressiva, die von den TX-Zentren vorgeschrieben wurden, nicht geben.“

Wichtig: Gilt absolut für Immun­suppressiva, sonstige Medika­mente können, nach Abklärung mit dem TX-Arzt auch vom Hausarzt auf Generika geändert werden !!!

Ex-vivo Perfusion am AKH Wien

(Wien, 22-04-2010) Erstmals in Österreich wurde an der Abteilung für Thoraxchirurgie der MedUni Wien ein spektakuläres neues Verfahren zur Verbesserung von Spenderlungen vor der Transplantation angewandt. Die Lunge wird bei der sogenannten „Ex-vivo Perfusion“ an ein Schlauchsystem ähnlich einer Herz-Lungenmaschine und an ein Beatmungsgerät angeschlossen und unter einer Kunststoffkuppel beurteilt.

Die HTX-Nachsorge am LKH Feldkirch

Ein kurzer Bericht über die HTX-Nachsorge im Land Vorarlberg von Dr. Hannes Holzmüller

Am LKH-Feldkirch in Vorarlberg startete im April 1994 die Nachsorge für HTX-Patienten erstmalig in Österreich in einem nichtuniversitären Spital (Nicht-TX-Zentrum).

Verhaltensregeln nach Herztransplantation

Aufgrund der immunsuppressiven Medikation sind Sie für Infektionen anfälliger als andere Menschen. Daher sollten Sie sich vorbeugend schützen.
Richtlinien nach Herztransplantationen:

Schimmelpilz:

  • Kein Kontakt mit Blumenerde - Gefahr von Schimmelpilz-Infektionen
    (Aspergillus); Nicht umtopfen!!
  • Zimmerpflanzen: Alle Ihre Zimmerpflanzen müssen in Hydrokultur gepflanzt
    sein (auch die Hydrokultur darf nicht schimmeln) oder entsorgt werden.
    Anmerkung: Hydrokultur-Kugeln in regelmäßigen Abständen von weißem
    Belag reinigen.
  • Gartenarbeit: grundsätzlich besteht bei Gartenarbeit immer die Gefahr,
    Schimmelpilze zu inhalieren. Sollten Sie ein/e „Gärtner/in“ sein, dann nur
    mit Mundschutz und Handschuhen
  • Kein Schimmel im Wohnbereich
  • Keine Bauarbeiten (stemmen, bohren, Holzschneiden usw.) bzw. nur mit
    Mundschutz

Bakterien:

  • Kein stehendes Wasser im Wohnbereich. Verwenden Sie bitte keinen
    Luftbefeuchter oder Zimmerbrunnen.

Tiere:

  • Wenn Sie ein gesundes Haustier besitzen, können Sie es auch weiterhin
    füttern, pflegen und streicheln.
  • Vermeiden Sie Kontakt mit Tierexkrementen sowie engen Kontakt mit vor
    allem im Freien sich aufhaltenden (Haus)Tieren. Überlassen Sie die
    Reinigung von Vogelkäfigen, Fischaquarien, Terrarien , Katzenklos etc.
    anderen Personen

Schwimmen:

  • Grundsätzlich gibt es hier keine Einschränkungen. Allerdings
    sollten nicht gepflegte Hallenbäder oder Saunaanlagen gemieden werden.

Im Winter:

  • Kein enger Kontakt mit kranken und verkühlten Personen
    Anmerkung: Handschuhe sind im Winter ein guter Schutz.
  • Während der Grippezeit meiden Sie bitte Menschenmassen
    (Einkaufszentren, Kino, öffentliche Verkehrsmittel usw.)

Essen und Trinken:

  • Grundsätzlich gilt: "Essen was schmeckt". Allerdings können einige Speisen
    den Abbau der Immunsuppresiva im Körper beeinflussen und den Wirkspiegel
    verändern (siehe unten!). Jeder Transplantierte sollte eine fett- und
    salzarme Kost vorziehen.
  • keine Grapefruit, kein Grapefruitsaft, keine Johanniskraut-Produkte
    (Tee, Pillen, Salben, ...)
  • keine probiotischen Produkte: z.B. probiotisches oder proaktives Joghurt,
    Kefir, Kombucha
  • Vitamine und Spurenelemente sind erlaubt, ebenso homöopathische Produkte

Anmerkung: Rohes Obst, Gemüse, Sushi, Carpaccio, Essen aus dem Kühlschrank
- bei uns ist alles erlaubt! (im Gegensatz zu den deutschen Richtlinien).
Es wird kaum jemand Sushi usw. jeden Tag essen.

Impfungen:

  • Im den ersten 6 Monaten nach der Transplantation keine Impfung!
    Danach können Sie sich wieder impfen lassen, aber
  • Generell KEINE Impfung von Lebendimpfstoffen: Polio, Masern, Mumps,
    Gelbfieber, Röteln

Urlaub:

  • Im ersten halben Jahr nach der Transplantation Urlaub in Österreich oder
    angrenzenden Ländern um bei Abstoßungsgefahr rasch das TX-Zentrum
    erreichen zu können.
  • Danach sind auch Flugreisen erlaubt

Empfängnisverhütung:

  • Es ist unbedingt erforderlich, nach der Transplantation eine sichere
    Empfängnisverhütung zu betreiben.
  • Die Spirale ist als Empfängnisverhütung ungeeignet, da sie eine
    Infektionsquelle darstellen kann.
  •  Grundsätzlich ist eine Schwangerschaft nach Transplantation möglich.
    Das Risiko ist allerdings höher als bei gesunden Frauen. Eine
    Schwangerschaft soll daher gut geplant werden und bedarf einer
    umfangreichen Betreuung in einem spezialisierten Zentrum.


AKH Wien, April 2007; Dr. Jaksch / Dr. Zweytick / Dr. Gaugg / Mag. Smeritschnig
Für Herztransplantierte überarbeitet von: DI Ulf Ederer und Doz. Pölzl

Compliance (Patientencompliance)

Das englische Wort ist gar nicht so leicht zu übersetzen, am Nächsten kommt ihm "Befolgung". Das sagt aber nur die halbe Geschichte.

In der Medizin wird damit der Umstand angesprochen, dass die Heilung vieler Krankheiten ein kooperatives Verhalten des Patienten voraussetzt. Also das konsequente Befolgen der ärztlichen Vorschreibungen. Besonders wichtig ist die Compliance bei chronisch kranken Menschen in Hinblick auf Einnahme der Medikamente, dem Befolgen der Diät oder der Veränderung des Lebensstils.

Compliance wird den PatientInnen vor allem erleichtert, wenn
- die Ernsthaftigkeit ihres Leidens erkannt wird
- an die Wirkung der Therapie geglaubt wird
- die medizinische Behandlung zufriedenstellend ist
- Angehörige die Befolgung der Maßnahmen unterstützen.

Auf die Ärzte bezogen bedeutet Compliance die Bereitschaft, Therapie und die Behandlungsstrategie auf die Möglichkeiten der PatientInnen abzustimmen.

(aus alive! Nr. 13, Juli 2008)

Schlechte Compliance kann tödlich sein
Eine Analyse stützt sich auf etwa 31.500 PatientInnen, die einen Herzinfarkt mindestens 15 Monate überlebt hatten und denen Statine, Betablocker und/oder Claciumantagonisten verordnet worden waren.

Die Compliance wurde als gut beurteilt, wenn die PatientInnen midestens 80 Prozent der verordneten Medikamente einnahmen. Als mäßig, wenn sie 40-79% und als schlecht, wenn sie weniger als 40% einnahmen. Die Mortalität (Sterblichkeit) innerhalb von 2,4 Jahren lag bei PatientInnen mit mäßiger Compliance um 12%, mit schlechter um 25% höher als bei PatientInnen mit guter Compliance.

(Quelle: www.wikipedia.de)

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