Eine kaum bekannte Hilfe bei der Pflege

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können kostelose Hausbesuche von Profis beantragen.

Wien. Weitgehend unbekannt ist ein Angebot, das sich an alle Pflegebedürftige, die zu Hause betreut werden, und ihre Angehörigen richtet: Seit heuer können sie Hausbesuche anfordern, um sich von Profis wertvolle Tipps für den Alltag geben zu lassen.

Bisher hielt sich die Nachfrage in engsten Grenzen, obwohl der Beratungsbedarf in der häuslichen Pflege erfahrungsgemäß groß und die Hausbesuche gratis sind.
Das könnte auch daran liegen, dass man eine gewisse Hartnäckigkeit braucht, um herauszufinden, wo ein Hausbesuch beantragt werden kann. Zwar gibt es sowohl auf der Homepage des Sozialministeriums als auch auf jener des Hauptverbands und der Pensionsversicherungsanstalt Hinweise auf die zuständige Stelle - die Kontaktdaten werden aber nicht angegeben.

Durchgeführt werden die Hausbesuche vom "Kompetenzzentrum für Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege". Angesiedelt ist es bei der Sozialversicherung der Bauern, zuständig ist es aber für alle Pflegegeldbezieher - und das seit Jahren. Bisher rückten die rund 140 diplomierten Pflegefachkräfte des Kompetenzzentrums ausschließlich im Auftrag des Sozialministeriums aus, seit heuer können die Hausbesuche von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen selbst angefordert werden.
Die Email-Adresse: , die Telefonnummer: 01/79706-2705.

Das Kompetenzzentrum hat eine mehr als zehnjährige Erfahrung mit Hausbesuchen. Zuletzt wurden
 jedes Jahr rund 24.000 Besuche durchgeführt. Die Ergebnisse fasst Irma Steinbauer vom Kompetenzzentrum so zusammen: "Die häusliche Pflege an sich funktioniert sehr gut, aber das Wissen ist sehr schwach, es gibt ein hohes Beratungsdefizit."

Das können die diplomierten Fachkräfte ausgleichen: Sie haben eine umfassende Beratung parat, die von pflegerischer Wissensvermittlung bis zur psychischen Unterstützung von pflegenden Angehörigen reicht, über rechtliche Fragen aufklärt, auf Fördermöglichkeiten, Kurzzeitpflegeangebote und stundenweise Hilfe hinweist.

Besonders der Seniorenbund hatte lang darum gekämpft, dass diese Hilfe auf Wunsch der Betroffenen nach Hause gebracht wird.

Salzburger Nachrichten, 2015

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