Der 36-jährige Patient aus dem Mühlviertel hat den komplizierten Eingriff im Kepler-Uniklinikum in Linz gut überstanden – und kann das Spital bald verlassen.

 Mehr als ein Jahr lang haben sich Mediziner des Kepler-Uniklinikums (KUK) in Linz intensiv auf einen Eingriff wie diesen vorbereitet. „Ich weiß noch, dass wir auf dem Heimweg von einer unserer Forschungsreisen der Friedenslicht-Delegation aus Oberösterreich begegnet sind, die gerade aus dem Vatikan kam. Das hab’ ich als gutes Omen gewertet“, erzählt Univ.-Prof. und Vorstand der Universitätsklinik für Herzchirurgie, Andreas Zierer, bei der Pressekonferenz in Linz.

Und das war es für einen 36-jährigen Mühlviertler aus Mitterkirchen im Bezirk Perg, der ohne das Know-how der Linzer wohl nicht mehr am Leben wäre. Der Vater einer 14-jährigen Tochter hatte kurz nach Weihnachten einen so schweren Infarkt, dass eine Herztransplantation nicht mehr in Frage kam. „Dafür waren die Organe zu sehr geschädigt“, erklärt Clemens Steinwender, Vorstand der Klinik für Kardiologie im KUK.

Kunstherz als einzige Chance
Nach mehreren Wochen auf der Intensivstation und künstlichem Tiefschlaf wurde dem Patienten am 21. Jänner schließlich ein sogenanntes Kunstherz (siehe auch Stichwort rechts) eingesetzt. „Das eigene Herz bleibt dabei erhalten. Das Kunstherz, das an der Herzspitze implantiert wird, übernimmt die Funktion der linken Herzkammer“, so Steinwender.

Der Eingriff selbst dauerte bei dem Mühlviertler aufgrund der Schwere des Infarkts gut vier Stunden, könnte bei anders gelagerten Fällen aber auch kürzer ausfallen, erklären die Experten. Generell käme ein Kunstherz vorerst nur bei sehr schweren Herzinfarkten zum Einsatz, die in Oberösterreich „zum Glück“ nur bei zehn bis 15 Personen pro Jahr vorkommen. In all den anderen Fälle gebe es schonendere Methoden – wie Medikamente, Stents oder einen Bypass. Ein Kunstherz sei mit 80.000 Euro zudem ein sehr teures Implantat, zum anderen berge das nach außen führende Kabel auch eine gewisse Infektionsgefahr. Was die Zukunft betrifft, so sind die Linzer Ärzte optimistisch: „Der Fortschritt ist immens. Die neue Generation von Kunstherzen wiegt noch etwa 200 Gramm, früher war das noch mehr als ein Kilogramm“, sagt Andreas Zierer.
Das neue System gebe es erst seit drei Jahren, deshalb seien auch erst seit damals Aufzeichnungen verfügbar, „die sind aber exzellent“ so Zierer.

Ein fast normales Leben möglich
Wie auch bei dem Patienten aus Oberöstererich. Schon eine Woche nach der Operation konnte er mit ein wenig Unterstützung ein paar Schritte auf dem Gang machen. Und nach ein paar Wochen Reha darf er auch nach Hause. „Wenn der Heilungsverlauf weiterhin so gut läuft, kann er ein fast normales Leben führen“, so Andreas Zierer. „Zwar muss er immer schauen, dass die Akkus, die er am Gürtel mit sich trägt, aufgeladen sind und das Kunstherz rund um die Uhr mit Strom versorgt wird – aber ich sehe keinen Grund, warum er früher oder später nicht sogar mit seiner Tochter eine Radltour unternehmen kann“, sagt Andreas Zierer. (had)

Ich sehe keinen Grund, warum der Patient später nicht sogar eine Radltour mit seiner Tochter unternehmen kann.“ Andreas Zierer, Univ.-Prof. und Vorstand der Universitätsklinik für Herzchirurgie Bei dem Eingriff bleibt das eigene Herz erhalten. Das Kunstherz übernimmt die Funktion der linken Herzkammer.“ Clemens Stein- wender, Vorstand der Klinik für Kardiologie

Quelle: OÖNachrichten

 

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