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Anlässlich des Internationalen Tages der Organspende, der am 2. Juni 2018, begangen wurde, hat die NÖ-Gruppe des Verbandes der Herz- und Lungentransplantierten gemeinsam mit Selbsthilfe Niere zu einem Filmabend mit Podiumsdiskussion am 6. Juni eingeladen.

Das Cinema Paradiso in St. Pölten als Veranstaltungsort war eine Top Adresse und wir bedanken uns für das Engagement und Entgegenkommen beim Kino-Team. Im sehr vollen Kinosaal begrüßte ich als Koordinatorin aus NÖ die anwesenden Gäste. Besonders freute sich das Organisationsteam über den Besuch von Frau Dr. Andrea Kraus-Gerhartl aus dem Rehabilitationszentrum Hochegg und Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher. Von der Landeshauptstadt konnten GR Jürgen Kremsner und GR Hans Joachim Haiderer begrüßt werden. >> Link zum Fotoalbum

Der Film
Im Drama „Die Lebenden reparieren“ verbindet ein tragischer Unfall und die anstehende Entscheidung über eine Organspende und -transplantation das Schicksal mehrerer Menschen in Frankreich. Als Simon am Morgen mit zwei Kumpels zum Surfen aufbricht, ahnt niemand etwas von der drohenden Katastrophe - doch Stunden später ist der Junge nach einem schweren Autounfall hirntot. Seine Eltern stehen vor der schwierigen Aufgabe, alle Hoffnung aufzugeben und den Tod ihres Sohnes zu akzeptieren. Wenn sie die Organe des Sohnes zur Spende freigeben könnten andere Menschenleben gerettet werden. So wie das der zweifachen Mutter Claire, deren Herz jederzeit versagen kann und die dringend ein Spenderherz benötigt.

Die Diskussion
Nach dem Film konnten auf dem Podium zur Diskussion Primar Dr. Christoph Hörmann begrüßt werden. Er ist Transplantreferent für NÖ und das Burgenland sowie Leiter der Anästhesiologie und Intensivmedizin im Universitätsklinikum St. Pölten. In seinem Anfangsstatement ging er auf die Organspende in Österreich ein. „Grundsätzlich kommen in Österreich alle Menschen, die den sogenannten Hirntod erlitten haben, als Organspender in Frage. Unter Hirntod versteht man den endgültigen und unwiederbringlichen Funktionsverlust des gesamten Gehirns. Die Feststellung des Hirntodes erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte, die selber weder an der Organentnahme noch an der Transplantation beteiligt sein dürfen.“, so Primar Hörmann.

In Österreich gibt es die Möglichkeit, im Falle der Nichtzustimmung zur Entnahme von Organen im Todesfall, sich ins Widerspruchsregister eintragen zu lassen.

P. Franz Helm, Ordenspriester und lebertransplantiert ist unendlich dankbar dafür, dass er durch eine Organspende weiterleben darf. Er berichtete weiter, dass er auch um viele Fragen und Ängste weiß, die mit dem Thema verbunden sind. „Ich selbst war voller Zweifel und es kamen Fragen wie: Warte ich nicht egoistisch auf den Tod eines Menschen, um selbst weiter leben zu dürfen? Was rechtfertigt, dass ich ein Organ bekomme, und jemand anderer, der auch dringend darauf wartet, nicht? Das alles geht sehr tief und prägt das weitere Leben“, so P. Franz in seinen Ausführungen.

Die dritte am Podium war Karin Sethaler, vielen als Vorstandsmitglied und Koordinatorin in NÖ des HLuTX-Verbandes, bekannt. Sie wurde vor 5 Jahren herztransplantiert und für sie waren es in der Wartezeit die Angst ihre 4 Kinder alleine zu lassen, es nicht mehr bis zur Transplantation schaffen zu können. Ab dem Anruf war die Angst weg und das Vertrauen groß, dass alles gut wird.

„8. Juni – Wir tragen rote Bänder“ – Charity Aktion

Nach der Diskussion wurden für die OÖ Charity Aktion zugunsten CF-kranker Kinder und Jugendlicher rote Bände gegen Spenden vergeben. Die Aktion geht auf Melanie S. zurück, die 2016 im Alter von 22 Jahren den Kampf gegen die Cystische Fibrose 3 Jahre nach ihrer LuTX, verloren hat, zurück. Sie hat durch ihre positive, kämpferische Art und ihren Herzenswunsch ein Vermächtnis hinterlassen, das heuer bereits zum dritten Mal tausende Menschen einte, um durch das Tragen roter Bänder, gemeinsam ein Zeichen zu setzen: ein Zeichen für Solidarität, Mitgefühl und Zusammenhalt, das von Oberöstereich aus in die halbe Welt strahlt und Hoffnung verbreitet. Weitere Infos unter www.zweihaende.at

Wir danken allen Besucher und Besucherinnen des Filmabends für die netten Gespräche und hoffen damit einen Beitrag zur Aufklärung zu Organspende und Transplantation geleistet zu haben.

Silvia Scholz