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Zwei ge(h)n Süden


Zum ersten Gruppentreffen im Herbst nach der Sommerpause haben wir in der SHG NÖ des Verbandes der Herz- und Lungentransplantierten Xaver Lahmer, vielen bekannt als Mitarbeiter im Dachverband der SHG's in NÖ, eingeladen, über seinen Benefizfußmarsch „Weg der Freundschaft“ zu erzählen.

Dimbale noe 2017

In einer professionellen Multimedia-Show mit extrem guten Bildern und Musik im Hintergrund erzählte er gemeinsam mit Willi Haiderer (Verein Dimbale) wie er seinen Kindheitstraum, fremde Länder und Menschen kennen zu lernen, auf besondere Weise wahr gemacht hat.

Dimbale heißt „helfen“

Der Gedanke hinter diesem Weg von 5.517 Kilometern mit 7.635.364 Schritten war es, das Kinderhilfsprojekt DIMBALE zu unterstützen. Bis jetzt wurden durch die Einnahmen bei Vorträgen und Spenden auf ehrenamtlicher Basis fast 37.000 kg Reis an notleidende Familien in Senegal verteilt, für mehr als 1200 Kinder die Schuleinschreibungen bezahlt, 39 Häuser gebaut und heuer, 2017, erstmals ein Brunnen errichtet.

Senegal ist ein zum Großteil muslimisches Land (rund 95%). Dennoch leben Christen und Muslimen in Frieden miteinander. So werden auch religiöse Feste gemeinsam gefeiert. Darauf sind die Senegalesen stolz.

Start am 14. April 2008

Um 14:00 Uhr machte sich Lahmer gemeinsam mit seinem Freund Willi Triml zu Fuß auf den Weg von Großrust (Nähe von St. Pölten) in den Senegal, Westafrika. Mbaling, ein Lepradorf an der Atlantikküste, war das Ziel. Eine kleine Gruppe aus Freunden und Familie begleiteten die beiden Weitwanderer auf ihren ersten Kilometern. Schon am 3. Tag begann es zu regnen und regnete danach fast 6 Wochen lang mehr oder weniger täglich. Nach 2 Wochen und 394 km war die Grenze zu Italien erreicht. Geschlafen wurde ab dann fast nur noch im Freien, auch bei Regen und Kälte. Blasen an den Füßen, Druckstellen, Hühneraugen und eine mehrwöchige Beinhautentzündung am Schienbein waren Begleiterscheinungen.

Erster Meerblick

Nach 1.050 Kilometern Fußmarsch erhaschten die beiden in Italien den ersten Blick auf das Meer. Damit war eine der ersten großen Etappen bewältigt. Als es dann nur mehr 97 Kilometer bis ans Ende von Europa waren, stieg die Freude und Neugierde auf den fremden Kontinent Afrika.

Am 11. August war Gibraltar erreicht und der erste Blick auf Afrika lag vor ihnen. Die beiden hatten nun einen ganzen Kontinent hinter sich gelassen und betraten mit Marokko ein so ganz anderes Land mit fremden Speisen, einer ganz anderen Natur, teils fremden Früchten. Hauptverkehrsmittel der Menschen vor Ort waren LKW's und Esel.

„Junior“ - ein kleiner Bandit:

Nachdem ab 29. September ein weiter Marsch durch die Wüste bevorstand, wurde in Sidi Ifni ein Esel gekauft. Mit ihm begleitete der Marokkaner Rashid die zwei Österreicher. Der Esel wälzte sich gerne im Sand - „duschen für den Esel“. Leider tat er dies auch, wenn er noch Lebensmittel (wie Eier) und Rucksäcke aufgeladen hatte.

Der Weg in der Sahara führte anfangs 40 km quer durch Sanddünen. In Laayoune, Westsahara, wurde Junior aufgrund einer Verletzung getauscht und der Bau eines Eselanhängers in Auftrag gegeben. Denn ab sofort waren die Strecken ohne Ortschaft und Einkaufsmöglichkeit noch länger. Alleine in Marokko haben Willi und Xaver 2090 Kilometer zu Fuß zurückgelegt.

Freudenfest in Mbaling

Die letzten 320 Kilometer in Senegal führten durch den heißen, trockenen Busch. Am 14. November – nach 7,5 Monaten – war das Ziel erreicht und die Dorfbevölkerung begrüßte die mutigen Wanderer mit Fahnen und einem wahren Freudenfest. In 197 Gehtagen war das Haus von Thierno Diop erreicht – „von Haus zu Haus, von Freund zu Freund“ war das Motto.

Die TeilnehmerInnen des HLUTX-Gruppentreffens waren sehr begeistert vom Vortrag, der Geschichte, die Xaver zu erzählen hatte, seinem Engagement und dem Tun des ehrenamtlich geführten Vereines DIMBALE.com. In seinem Buch „Weg der Freundschaft“ ist die ganze Geschichte nachzulesen und mit vielen Bildern dokumentiert. Vielen herzlichen Dank für das Engagement und dein Wirken. Kontakt: www.dimbale.com.

Silvia Scholz