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Farbgewaltiges im Ars Electronica Center Linz: Dreidimensionale MR- und CT-Bilder erlauben eine fantastische Reise durch den Körper.

Das Wunder Mensch durchblicken
Einblicke in den Körper im Linzer Ars Electronica Center: Primar Franz A. Fellner erklärt den Zuschauern die Bilder
Bild: Florian Voggeneder

Das komplizierte Geflecht aus Adern bewundern, einen Knochenbruch von allen Seiten begutachten, einen Blick in das menschliche Gehirn werfen: Noch nie konnte der Mensch Anatomie so spannend und gleichzeitig plastisch erleben wie beim Projekt "Cinematic Rendering" im Linzer AEC. "Wir verwenden dreidimensionale MR- und CT-Bilder, die im Krankenhausalltag entstanden sind", sagt Radiologie-Primar Franz A. Fellner vom Kepler Universitätsklinikum Med Campus III. Während ein CT (Computertomographie) in nur ein bis zehn Sekunden den Körper durchleuchtet, muss der Patient für ein Ganzkörper-MR (Magnetresonanztomographie) eine halbe Stunde in der Röhre liegen. Die so gesammelten Daten werden normalerweise in 2000 Graustufen dargestellt. Mit dem neuen Programm wandeln die Experten das Schwarzweiß-Bild in prächtige Farben um.

Milliarden Bildpunkte

Einzigartig ist die Darstellung der so gewonnenen Bilder in Linz: Hier werden sie in 3D im neuen Deep Space 8K im AEC auf 16 mal 9 Metern Projektionsfläche mit 4,2 Milliarden Bildpunkten dargestellt – mit 23 Gigabyte pro Sekunde. Die Zuschauer bekommen 3D-Brillen und können damit in eine faszinierende Reise durch den menschlichen Körper eintauchen. Primar Fellner setzt mit diesem Projekt das Schlagwort "Anatomie für alle" um.

"Der Prototyp wurde in nur zwei Wochen für den Deep Space 8k adaptiert. Wir sind damit Pioniere", sagt Fellner. Die virtuellen Körperwelten verwandeln das AEC aber nicht nur für interessierte Zuschauer in einen Anatomie-Saal der Zukunft; die Technik könnte tatsächlich auch Medizinstudenten in Zukunft einen ganz neuen Blick auf das Innenleben des Körpers eröffnen.
Das Wunder Mensch durchblicken
Auch die Medizin profitiert von dieser neuen Art der Darstellung. Für jeden Arzt, der am Knochen arbeitet, bietet das "Cinematic Rendering" noch bessere Möglichkeiten, jeden einzelnen Fall zu beurteilen. Auch die Gefäßchirurgie profitiert. "Es handelt sich um eine neue Form, Radiologie zu betreiben. Bisher waren wir gewohnt, Bilder in zweidimensionalen Schichten zu lesen. Jetzt können wir mit 3D-Bildern arbeiten."

"Cinematic Rendering" steht im Linzer Ars Electronica Center wieder am Donnerstag, 17. März, von 20 bis 21 Uhr auf dem Programm.
Das Wunder Mensch durchblicken
Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Das-Wunder-Mensch-durchblicken;art114,2111365.