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Wir schreiben das Jahr 1985.
Forschern in der Pharmaindustrie war es gelungen, ein neues Medikament für die Immunsuppression zu entwickeln, das allen Transplantierten bekannt ist: Cyclosporin. Dieses löste das Cortison ab, das davor in der Abstoßungstherapie verwendet worden war. Erst mit Cyclosporin wurde die Herztransplantation sinnvoll, weil lange Überlebensraten erreicht werden konnten.
Am alten AKH in Wien beschäftigte sich ein junges Ärzteteam mit der Transplantation. Der Chef der Thorax-Chirurgie, Prof. Ernst Wolner, stand der Sache sehr positiv gegenüber und ermunterte seine jungen Ärzte, allen voran Dr. Axel Laczkovics. Und so kam es, dass dort 1985 die ersten Herztransplantationen stattfanden. 16 sollten es in jenem ersten Jahr werden. Die Zahl der Transplantationen ist in den folgenden Jahren gestiegen und hat sich nach einer Spitze Mitte der 90er-Jahre in den letzten Jahren bei ca. 50/Jahr eingependelt.

Und was hat das mit einer Weihnachtsgeschichte zu tun?

Weihnachtsgeschichten handeln von etwas, das so schön und erfreulich ist, dass man es fast nicht glauben kann. Und genau da setzt unsere Geschichte wieder an: Drei der Patienten, denen damals ein neues Leben geschenkt wurde, haben heuer voll Lebensfreude ihren zweiten Geburtstag zum 30. Mal gefeiert. Wenn das keine Weihnachtsgeschichte ist!?

3x30 Jahre herztransplantiert Dr. Axel Laczkovics

Richard Taurok
war das erste herztransplantierte Kind in Europa. Er war 10 und besuchte die erste Klasse Gymnasium. Gut ein halbes Jahr nach der Transplantation verlief sein Schülerleben wieder „ganz normal“, wenn man davon absieht, dass er dreimal ausgerechnet am 24. Dezember wegen Verdacht auf Abstoßung ins AKH musste. Auf die Pflichtschule folgte eine Fachschule, dann die Jobsuche. Nach einmal Berufswechsel fand er die Arbeit, die ihm auch heute noch Freude macht.
Mit dem neuen Herz war auch Bewegung wieder so gut möglich, dass er erfolgreich an EHLTF-Spielen und bei den Weltspielen der Transplantierten teilnahm. Heute ist sein Lieblingssport das Schifahren, das ihm vor allem mit seinem Sohn große Freude macht.

Walter Weiß
überging eine Grippe, was ihm eine Herzmuskelentzündung „bescherte“, die schließlich zur Transplantation führte.
Frühzeitig in Pension geschickt, konnte er jetzt sein gesundes Leben genießen, erledigte Arbeiten für seine berufstätige Frau und baute seinen Campingbus aus, mit dem die Familie ganz Europa bereiste. Heute, so meint er, führt er ein „ganz normales Pensionistenleben“.

Peter Kreisler
erlitt 1983 einen Herzinfarkt im Arlbergtunnel, dem Krankenhausaufenthalte und Reha folgten - und ein halbes Jahr später der Wiedereinstieg in seinen Beruf. Sein Herz spielte jedoch nicht mit; es blieb nur mehr die Transplantation.
Doch es dauerte kein Dreivierteljahr, und Peter saß wieder hinter dem Steuer eines LKW und fuhr für seine alte Firma bis zu deren Schließung. Nun hatte er endlich Zeit für sein Hobby, das Motorrad. Bis zu 20.000 Kilometer im Jahr legte er auf seiner „Maschin“ zurück, dann beendete ein Sturz diese Karriere. Was keineswegs heißt, dass er jetzt untätig ist. Ganz im Gegenteil! Zu tun findet der rührige Pensionist genug.

30 Jahre herztransplantiert

Drei Menschen, drei Geschichten, drei Gemeinsamkeiten:
  • Dankbarkeit – gegenüber den Ärzten und dem Pflegepersonal, den eigenen Familien und Freunden sowie vor allem dem jeweiligen Spender bzw. dessen Familie
  • Freude am Leben
  • Compliance.

Bleibt nur noch, den drei Herren zu gratulieren und ihnen zu wünschen, dass es noch viele Jahre so gut weitergehen möge.

Irene Turin

Mit dieser wahren Weihnachtsgeschichte wünscht der Verbandsvorstand Ihnen,
geschätzte Besucherinnen und Besucher unserer Homepage,
ein gesegnetes Weihnachtsfest und
ein friedliches und gesundes Neues Jahr