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Karl Mathies, 20 Jahre neues Herz.


Mitte Juli 1994 begannen meine Atembeschwerden. In meinem zuständigen Krankenhaus stellte man fest:
in der rechten Lunge 1 Liter Wasser, in der linken 1/2 Liter. Das Problem wurde in 10 Tagen medikamentös gelöst, also wurde ich geheilt entlassen. Dieses wiederholte sich noch 2 x. Dann wechselte ich das Krankenhaus, das mit einer besseren Kardiologie ausgestattet war. Dort wurde das Wasser mit einer Sonde in kürzester Zeit entfernt und man behielt mich dort zur Kontrolle. Mein Herz wurde langsam immer schwächer und im Laufe der Zeit hatte ich 2 Herzstillstände.

Meine Todesstunde rückte immer näher. Mein Kardiologe wusste, dass seine Freunde vom AKH Wien von einem Ärztekongress in Kalifornien eine neue Erfindung mitgebracht hatten: ein sogenanntes Kunstherz.
Nach einigen Rücksprachen wurde ich von Vorarlberg nach Wien geflogen. In der folgenden Nacht bekam ich in einer 15-stündigen Operation so ein Kunstherz eingepflanzt. Nach 15-tägigem künstlichem Tiefschlaf erwachte ich. Ich wurde von den Ärzten, Pflegern und Schwestern im AKH bestens betreut. Auch hatte ich eine sehr gute Seelsorgerin.
Von meiner Familie war dauernd abwechslungsweise ein anderes Mitglied sowie meine Frau bei mir. Bei so viel Liebe, Güte und Pflege verging die Wartezeit von 5 Monaten und 10 Tagen im Nu.

Dann bekam ich am 31. März 1995 ein menschliches Spenderherz implantiert. Nach nochmaligem 1-monatigem Aufenthalt im AKH und anschließend in Großgmain konnte ich wieder heimkehren, meine Frau und meine Kinder daheim in die Arme schließen. Ich vermute stark, dass der liebe Gott auch sein Finger im Spiel hatte.

Bei den 7 Biopsien hatte ich immer Abstoßung 0. Und seit 20 Jahren schlägt mein neues Herz in meiner Brust und ich hatte bis heute noch kein einziges Problem. In ein paar Tagen feiere ich gesund meinen 80. Geburtstag. Ich danke mit einem guten, starken Herzen meinem Spender, meinen Ärzten, Pflegern und Schwestern, meiner Seelsorgerin und dem lieben Gott und nicht zuletzt meiner ganzen Familie,die alle mir geholfen und mich unterstütz haben.
 
Götzis, Vorarlberg, Mai 2015