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heart transplant program

von A.o. Univ.--Prof. Dr. Andreas Zuckermann (Stand 26.03.2020)

Vorweg sei gesagt, dass sich die Lage zu COVID-19 momentan tageweise ändert und wir müssen jeden Tag neu evaluieren, analysieren und dann über Maßnahmen entscheiden.

Das Wichtigste: WAS FÜR ALLE ÖSTERREICHER GILT, GILT FÜR TRANSPLANTIERTE PATIENTEN IN NOCH HÖHEREN MASS! Das bedeutet:

* zu Hause bleiben
* versuchen Kontakt zu meiden (social distancing)
* Händewaschen!!! Händewaschen, Händewaschen….oder desinfizieren!!

Welche Symptome zeigen Transplantierte?
Nach dem momentanen Wissensstand (China, Italien und Österreich) gilt für transplantierte Patienten das gleiche wie für nicht transplantierte Menschen:
Fieber, trockener Husten und eventuell Atemnot sind gesicherte Zeichen für einen möglichen COVID Infekt. Wer keine Atemnot hat sollte zu Hause bleiben, aber uns telefonisch kontaktieren. Wir besprechen dann mit den Patienten die weitere Vorgangsweise ab und entscheiden gemeinsam mit den Patienten über eine eventuelle Aufnahme in einem Spital.
Covid -19 kann, muss aber nicht, der Auslöser der Probleme sein, aber immer daran denken.

Werden Transplantierte automatisch aufgenommen?
Wir nehmen nicht automatisch auf, sondern nur bei einer Verschlechterung der Situation der Patienten. Das wird mit den Patienten individuell telefonisch besprochen. Wir haben zu den normalen Tageszeiten die Telefone besetzt und beantworten Fragen.

Was passiert wenn ein Transplantierter sich infiziert?
Patienten kommen zumeist in das nächste für COVID-19 Betreuung ausgestattet Spital und das AKH ist nicht immer die erste Anlaufstation. (Das AKH wurde erst diese Woche für COVID-19 Patienten überhaupt geöffnet.)

Wie sieht die Therapie aus?
Therapie gibt es momentan keine selektive, die das Virus zerstört (leider) und an einem Impfstoff wird gearbeitet, der wird aber wohl erst nach der Pandemie einsatzbereit sein.

Zumeist kann man mit den üblichen fiebersenkenden Medikamenten und Bettruhe helfen.

Bei stärkerer Lungenbeteiligung muss Sauerstoff verabreicht werden, was aber bei einem Transplantierten wohl im Spital geschehen muss. Nur ein kleiner Teil der Patienten muss auf eine Intensivstation und das zumeist weil diese Patienten andere gesundheitliche Probleme haben. Bei massiven Verläufen versucht man alles von dem man hofft, dass es wirkt einzusetzen.

Lebensmittel und Einkaufen
Rohes Gemüse aus dem Supermarkt sollte zumindest gut gewaschen werden, aber kochen wäre besser, da man Hautkontakt anderer Menschen mit dem Gemüse/Obst nicht ausschließen kann.

Beim Einkaufen wären auch Handschuhe zu empfehlen, die man danach wegwerfen kann.

Wenn es möglich ist sollte man Andere bitte einzukaufen, da der stärkste Übertragungsweg durch direkten Kontakt ist. Masken tragen ist besser als keine Masken, aber man darf sich nicht in Sicherheit wiegen, da nicht alle Masken bei direkten Kontakt (an-niesen) schützen und die Maske die gesichert schützen (FFP-3) sind selten und ich darf aus eigener Erfahrung sagen, man hält es schwer länger als 1h darunter aus…..

Ehe-Partner/Lebensgefährten/Mitbewohner etc.
Wenn Partner kein Home Office haben, ist es wichtig, dass diese genau aufpassen ob jemand in deren Umgebung erkrankt ist. In so einem Fall sollte der/die PartnerIn sich testen lassen und der/die transplantierte PatientIn sollte Kontakt meiden…. was kaum machbar ist bei gemeinsamen Haushalt. ABER der potentiell Infizierte sollte isoliert werden! In einem gemeinsamen Haus ist dies natürlich leichter als wenn man in einer Wohnung lebt.

Welche Internationalen Infos gibt es?
Wir haben ein sehr enges internationales Netzwerk aufgebaut um mit allen Kolleginnen anderer Länder in Europa, USA, Asien und Australien die Probleme und mögliche Lösungen zu besprechen.
Die ersten Daten über herztransplantierten Patienten aus China und Italien sind eher optimistisch, da weniger Patienten erkrankt sind als vielleicht erwartet. Warum das so ist, weiß noch niemand, aber es wird spekuliert, dass sich Transplantierte besser schützen und es gewohnt sind sich in ‘Grippezeiten’ von Menschen fern zu halten. Das Virus scheint bei manchen Menschen massive Reaktionen auszulösen, die mit einer massiven Entzündungsreaktion im Körper vergleichbar ist (ähnlich wie bei einer Abstoßung). Da könnten Transplantierte eventuell besser geschützt sein, durch ihre Therapie, aber das sind alles nur Hypothesen, die noch nicht bewiesen sind. Wir lernen täglich dazu!

Gibt es bereits Transplantierte, die mit Covid-19 angesteckt wurden?
Wir haben momentan in Wien 2 herztransplantierte Patienten mit nachgewiesener COVID-19 Infektion. Beide befinden sich in einem Spital und ein Patient auf der Intensivstation. Wir sind täglich mit den Spitälern in Verbindung um besprechen per Telekonferenzen die Therapie. Wir können nicht alle Patienten mit COVID-19 Infektionen, die transplantiert sind ins AKH, holen da es organisatorisch und infektiologisch sehr schwierig ist.

Wie geht es dem HTX Team?
Das Team ist bis jetzt wohl auf und keiner ist erkrankt, aber wir sind im Home Office und nur wenige Personen teilen sich die Tagespräsenz und die teilen es sich auf.
Wir haben bei Empfängern wie Spendern COVID Testungen durchgeführt und das Team möglichst gut geschützt. Vor allem wenn sie in Virus hot spots fahren.

Wird noch transplantiert?
Wir transplantieren nach wie vor (2 Patienten in den letzten 2 Wochen) aber versuchen vor allem hoch dringliche Patienten zu versorgen. Natürlich ist die Organspenderate gesunken, da die Intensivkapazität teilweise dringend für andere Patienten gebraucht wird.

Was passiert wenn einer aus dem Team positiv getestet wird?
Wenn einer von uns erkrankt muss er/sie sofort isoliert werden und darf nur mehr per Telekonferenz medizinisch mithelfen. Wir hatten bereits den Alarmplan aktiv und Teile des Teams wurden getestet, aber alle waren negativ und sind es geblieben.
Das AKH hat seinen Notfallplan voll aktiviert, so wie auch jedes andere Krankenhaus und in Österreich dürfen wir uns glücklich schätzen, dass wir noch soviel Spitalsbetten haben und vor allem so viele Intensivbetten/Million Einwohner …. wir hoffen dass wir damit spanische oder italienische Zustände vermeiden können. Aus den USA werden ebenfalls Italien-ähnliche Zustände berichtet ….

Abschließend
Wir werden auch eine wöchentliche Hotline einrichten (2-mal pro Woche) wo wir die behandelnden Ärzte für 2-3 Stunden ans Telefon setzen und Patienten komplexere Fragen stellen können.
Anmerkung (Irene): alle Infos folgen sobald wir sie erhalten!

Ich hoffe, dass wir diese schreckliche Zeit alle gut überstehen werden und wir werden für unsere Patienten kämpfen bis sie gesund sind!
Dazu werden wir versuchen nicht selber infiziert zu werden, damit wir für Sie da sein können!

Herzliche Grüße! Bleiben Sie geschützt und bleiben Sie gesund!!!!!

Andreas Zuckermann

Kontakt

Österreichischer Verband der
Herz- und Lungentransplantierten

Obere Augartenstraße 26-28/II/1.09
1020 Wien

Telefon: +43 (0)1 5328769
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