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"Männerherzen reagieren anders"

Fußballschauen kann lebensgefährlich sein. Denn der emotionale Stress erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme, vor allem bei Männern - das NetDoktor-Interview.

Fan, Fußball, Mann

© DOC RABE Media/Fotolia.com

Frau Dr. Wilbert-Lampen*, müssen Männer nach einem nervenaufreibenden Fußballspiel damit rechnen, im Krankenhaus zu landen?

Das ist vielleicht etwas übertrieben. Aber in unserer Studie von 2008 haben wir tatsächlich herausgefunden, dass bei der Fußball-WM 2006 an den Spieltagen der Nationalmannschaft die Zahl von Herzinfarkten und Herzrhythmusstörungen bei Männern fast dreimal so hoch war wie normalerweise. Frauen hatten dagegen nur ein doppelt so hohes Risiko.

Ein spannendes Fußballspiel zu verfolgen bedeutet für den Körper  Stress. Wie sehr man sich in die Aufregung hinein steigert, spielt natürlich eine Rolle. Offenbar gibt es aber auch einen Unterschied, wie der Körper von Männern und Frauen auf solche Stresssituationen reagiert.

Was passiert da im Körper?

Wir haben das Blut der Patienten analysiert, die nach den WM-Spielen 2006 einen Herzinfarkt erlitten hatten. Wir haben herausgefunden, dass bei den Patienten, die einen Herzinfarkt im Rahmen eines Fußballspieles der Deutschen Mannschaft  erlitten haben, die körpereigene Substanz Endothelin-1, die schädlich auf die Zellen der Blutgefäße wirkt, vermehrt gebildet wird. Bei Patienten, die hingegen einen Herzinfarkt bekamen ohne vorherige Stresseinwirkung war der Wert im Blut deutlich geringer. Ob es hierbei einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt, wird aktuell von uns untersucht.

PD Dr. Ute Wilbert-Lampen

© PD Dr. Ute Wilbert-Lampen

Sollten Männer also lieber keinen Fußball gucken?

Das darf und sollte man keinem verbieten. Aber zwei Dinge sind wichtig: Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass vor allem Männer mit einer Vorerkrankung des Herzens besonders gefährdet sind. Wer zu dieser Gruppe gehört, sollte vorher am besten noch einmal zum Arzt gehen. Er sollte sich gründlich durchchecken lassen und prüfen, ob er die richtigen Medikamente in der richtigen Dosis nimmt.

Und was ist Ihr Tipp Nummer zwei?

Aufklärung! Sie ist das A und O. Die Leute müssen wissen, welche Anzeichen auf einen drohenden Herzinfarkt hindeuten. Ich bin immer wieder überrascht, dass viele Infarktpatienten gar nicht auf die Idee kommen, selbst die klassischen Symptome  mit einem Herzinfarkt in Zusammenhang zu bringen.

Wie erkenne ich denn, ob ein Herzinfarkt bevorsteht?

Das Hauptanzeichen sind natürlich Brustschmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen. Daneben gibt es aber noch sogenannte atypische Beschwerden. Das können Schmerzen im Kiefer-, Hals- oder Rückenbereich sein, verbunden mit Schwitzen und Übelkeit. Auch wenn das Herz zu schnell oder unregelmäßig schlägt und den Leuten schwindlig wird, können das typische Vorboten eines drohenden Infarkts oder einer dadurch bedingten Herzrhythmusstörung sein.

Dann heißt es schnell zu handeln.

Ja, es gibt diesen Spruch "Time is muscle". Das bedeutet: Bei Verdacht auf Herzinfarkt sollten Sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus. Noch ist es so, dass die Hälfte der Herzinfarktpatienten nicht lebend im Krankenhaus ankommt. Wenn man allerdings schnell reagiert und fachkundige Hilfe erhält, hat man sehr gute Chancen wieder gesund zu werden.

Frau Dr. Wilbert-Lampen, wir danken Ihnen sehr herzlich für das Gespräch.

Das Interview führte Kathrin Rothfischer.

*Frau PD Dr. Ute Elisabeth Wilbert-Lampen ist Internistin und Oberärztin am Klinikum der Universität München Klinikum Großhadern

PD Dr. Ute Wilbert-Lampen

Artikel gesehen auf www.netdoktor.de  --> zum Originalartikel

Medizinisches: Informationen in den Bundesländern

 

Mini Med ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung unabhängiger Information über Gesundheitsfragen und hat in den Bundesländern auch Regionalstellen.

 

Einige Vorträge in diesem Semester könnten auch für Transplantierte oder PatientInnen auf der Warteliste interessant sein, z.B.

19. April in Graz: „COPD – wenn der Lunge die Luft ausgeht“  oder

14. Mai in Wien über Bewegung und Osteoporose

Die Vorträge sind gratis. Informieren Sie sich unter www.minimed.at

 

PS. Schicken Sie doch eine Rückmeldung an den Verband, wenn Sie einen Vortrag besucht haben! Wir stellen diese – mit Ihrem Einverständnis – gerne den Lesern der Homepage als „Information über Information“ zur Verfügung. Adresse: Betreff: Minimed. Das wäre eine nette Abwechslung auf unserer Homepage und interessiert sicher viele LeserInnen!
Danke im Vorhinein.

Noch einmal: Schokolade – diesmal aber mit Vitaminen!

 

Gute Nachrichten für Naschkatzen

 

Äpfel oder Schokolade? Für Elisabeth Stieglmaier und Katharina Kahrer eine klare Sache: Beides muss es sein und beides in einem. Die beiden Studentinnen des Studienganges Bio- und Umwelttechnik an der Fachhochschule Wels haben gemeinsam mit Schokoladenmeister Martin Mayer aus Wels eine gesundheitsfördernde Schokolade entwickelt.

Doch am Anfang dieses Entwicklungsprozesses stand nicht die Schokolade, sondern der Apfel, besser alte Eferdinger Apfelsorten. Die unterscheiden sich von anderen ihrer Gattung durch ihren hohen Anteil an Polyphenolen. „Wir haben nun überlegt, wie wir die gesunden Stoffe des Apfels in Lebensmittel bringen können“, sagt Katharina Kahrer. Die Schokolade sei da naheliegend gewesen. „Die mag einfach jeder.“ Außerdem enthält auch die Bitterschokolade einen hohen Polyphenol-Anteil. Gefüllt mit Apfelcreme wirke sie damit vorbeugend gegen Gefäßablagerungen, so Forschungsleiter Otmar Hölinger.

Katharina Kahrer ist auch privat eine Naschkatze. „Schokolade muss einfach sein. Die könnt’ ich immer essen“, sagt die 20-Jährige. Anders Studienkollegin Elisabeth Stieglmaier: „Ich bin schon sehr auf dem Obstweg.“ Wenn eine Klausur ansteht, greift aber auch die 25-Jährige zur Bitterschokolade. „Die ist auch in Massen gesund“, sagt sie und lacht.

Das Schokoladen-Thema ist jedoch für die beiden erst einmal gegessen. Zumindest beruflich. Ab Herbst steht das Berufspraktikum an.

Übrigens: Erhältlich ist die mit Apfelcreme gefüllte Bitterschokolade übrigens auf dem Mostlandlmarkt Grieskirchen und unter www.mayerschoko.at

Quelle: OÖN, 2. Februar 2012

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Herz- und Lungentransplantierten

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1020 Wien

Telefon: +43 (0)1 5328769
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