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Aktuelle Influenza-Situation in Ö:


Erstmals leichter Rückgang der Influenzavirusaktivität,
sowie der Neuerkrankungszahlen an Grippe/grippalen Infekten.
Diese Woche konnten in 48% der positiven Proben Influenza
A/H3N2 Viren, in 27% Influenza A/H1N1(pdm09) Viren und in
19% Influenza B Viren nachgewiesen werden.
Somit sind derzeit 48% der zirkulierenden Virusstämme durch
die Impfstoffe nicht abgedeckt.
Was die spezifische antivirale Therapie betrifft, finden
sich bis jetzt keine Hinweise für das Auftreten von
Influenzaviren mit einer Resistenz gegen
Neuraminidasehemmer.

Aktuelle Influenza-Situation Europa:

Die Influenzavirusaktivität bleibt weiterhin auf hohem
Niveau, wobei auch hier ein leichter Rückgang verzeichnet
wird.

Woche vom 20.2.15 bis 27.2.15, Kalenderwoche: 9/2015

Offen Medikamentendose mit Kapseln. (05-12-09 © brandon parry, iStockphoto)


„Wenige Medikamente sind so umstritten wie Antibiotika. Sowohl auf Seiten der Ärzte als auch auf Seiten der Patienten kann man „zwei Lager“ beobachten: einerseits Ärzte, die mit dem Verschreiben von Antibiotika sehr freizügig umgehen, und Patienten, die bei jeder Erkältung ein Antibiotikum verlangen; andererseits Ärzte, die Antibiotika nur in genau definierten Fällen anwenden und Patienten, die partout keine Antibiotika einnehmen wollen – auch dann nicht, wenn sie notwendig wären, um eine schwere Erkrankung zu bekämpfen.“

„Antibiotikum“ (griechisch) bedeutet übersetzt „gegen das Leben“ – und zwar das von Krankheitserregern. Antibiotika sind nur gegen Bakterien wirksam, nicht gegen Viren, Parasiten (z.B. Würmer), Pilze.
 

Welches Antibiotikum passt für mich?


Manche Antibiotika wirken gegen ein breites Spektrum von Bakterien („Breitband-Antibiotika“), manche nur gegen wenige spezifische. Je nach Erkrankung, vermuteten/nachgewiesenen Bakterien und Schweregrad wählt der Arzt ein Antibiotikum aus. Er entscheidet über richtige Dosierung und Dauer der Einnahme. Berücksichtigt werden Alter des Patienten sowie die Funktion von Leber und Nieren des Betroffenen.
 

Wann sollten Antibiotika eingesetzt werden?


Nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist: So selten wie möglich, aber so oft wie nötig, d.h. z.B nicht bei (leichten) Erkältungen. Nur bakterielle Infektionen dürfen mit Antibiotika behandelt werden.
Auch vor bestimmten Operationen (z.B. im Darmbereich) oder Eingriffen bei gewissen nicht infektiösen Erkrankungen (z.B. Zahnbehandlungen bei Menschen mit künstlicher Herzklappe) werden Antibiotika im Vorhinein oder während des Eingriffes zum Schutz vor bakteriellen Infektionen eingesetzt.
Bei sehr schweren Infektionserkrankungen sowie anderen Erkrankungen, bei denen eine Bakterieninfektion schnell gefährlich werden könnte (z.B. bei künstlicher Schwächung des Immunsystems durch Medikamente), setzt der Arzt meist sofort ein Breitband-Antibiotikum ein. So kann man eine bakterielle Infektion rasch behandeln, ohne zu wissen, welcher Erreger für die Infektion verantwortlich ist.
Die Einnahme von Antibiotika muss immer mit einem Arzt besprochen werden, auch wenn man bestimmte Beschwerden hat, gegen die früher ein bestimmtes Antibiotikum gut gewirkt hat.
 

Wie können Antibiotika verabreicht werden?


Ein Antibiotikum muss regelmäßig, in der richtigen Dosis und lange genug angewandt werden. Überlebt nur ein geringer Anteil der krankheitserregenden Bakterien, können sich diese wieder vermehren; die Erkrankung kann erneut ausbrechen. Eine zu kurze Einnahme kann zu Resistenzentwicklung führen.
Mögliche Nebenwirkungenkönnen bei der Einnahme von Antibiotika auftreten.
Antibiotika töten in der Regel nicht nur die krankheitserregenden Bakterien, sondern auch nützliche, wie z.B. Darmbakterien (wichtig für die Verdauung, was zu Durchfall, Blähungen, Magen-Darmbeschwerden führen kann), oder die Milchsäurebakterien, (mögliche Folge: Scheidenpilzinfektionen).
 

Worauf Sie bei der Einnahme von Antibiotika achten sollten

  • Alkohol
    Wirkung und Nebenwirkungen können sich gegenseitig beeinflussen.
  • Verhütung
    Die Wirkung der "Pille" kann durch die Einnahme von Antibiotika herabgesetzt sein. Besser zusätzlich ein nicht-hormonelles Verhütungsmittel verwenden.
  • Milch/ Milchprodukte
    können die Aufnahme bestimmter Antibiotika herabsetzen. Beipackzettel lesen!
  • Sonne
    sollte man meiden, da die Haut sehr sensibel auf Sonnenlicht reagieren kann. Ob dies auf das jeweilige Medikament zutrifft, entnimmt man Packungsbeilage!
 
netdoktor.at  Stand: November 2013. 13 (gekürzt)

Grippe: Echt gefährlich


Mit Hygiene und Impfung gegen die Grippe. Rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison kommt die dringliche Empfehlung der Experten: Die Impfung ist die einzige wirksame Vorbeugemaßnahme gegen Influenza. Dass die Impfrate in Österreich so niedrig ist, könnte auch daran liegen, dass viele Menschen die "echte" Grippe noch immer mit den harmloseren grippalen Infekten verwechseln.

Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Viren, die ähnliche Symptome wie Influenzaviren hervorrufen. Meist kann man diese sogenannten banalen Infekte durch ihren Krankheitsverlauf von der "echten" Grippe unterscheiden. Univ.-Prof. Dr. Theresia Popow-Kraupp, Leiterin des Nationalen Influenza-Referenzlabors, das am Department für Virologie der Universität Wien angesiedelt ist: "Die Influenza ist im Normalfall durch einen sehr abrupten Beginn mit sehr hohem Fieber gekennzeichnet. Dazu kommen trockener Husten, ein geröteter Rachen und starke Muskel- und Gliederschmerzen." Die Symptome können allerdings variieren. So kann bei älteren Menschen oder bei Patienten mit geschwächter Immunabwehr das Fieber schwächer ausfallen.
Letzte Sicherheit bringt nur die virologische Untersuchung eines Abstriches von Nase und Rachen. Als sehr aussagekräftig erweist sich aber auch die Epidemiologie. Professorin Popow-Kraupp: "Wir haben ein sehr gutes Grippemeldesystem, das die Neuerkrankungen wöchentlich erfasst. Dazu kommt ein virologisches Überwachungsnetzwerk, bei dem regelmäßig Stichproben nach Influenzaviren untersucht werden. Typisch für die Influenza ist der rasche epidemische Anstieg der Neuerkrankungen." Während eines solchen epidemischen Ausbruchs erkranken rund 80 Prozent der Patienten an Influenza. Theresia Popow-Kraupp: "Im Verlauf des übrigen Jahres treten Influenza-Infektionen nur sehr vereinzelt auf, wie zum Beispiel durch eine Fernreise eingeschleppte Fälle." Die Grippe ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung. In den vergangenen Jahren endete die Krankheit in Österreich für durchschnittlich 1.300 Patienten tödlich. Wahrscheinlich liegt die Zahl noch deutlich höher, weil für die Statistik immer wieder etwa eine Lungenentzündung als Todesursache geführt wird, wo tatsächlich eine Influenza dahintersteckte. Auch für den Organismus von gesunden Menschen ist die Grippe eine dramatische Herausforderung, die nur mit Mühe und Bettruhe zu bewältigen ist. Während einer Grippesaison erkranken zwischen fünf und zehn Prozent der Bevölkerung. So waren beispielsweise in der starken Grippesaison 2008/2009 insgesamt 648.000 Österreicherinnen und Österreicher erkrankt - immerhin 7,7 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Die statistische Auswertung dieser Grippeepidemie zeigt eine höchst ungleiche Verteilung in verschiedenen Altersgruppen. Während bei den Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahren nicht weniger als 17 Prozent erkrankten, waren es in der Gruppe 60-plus lediglich 1,9 Prozent. Virologin Theresia Popow-Kraupp: "Kinder sind deshalb häufiger betroffen, weil es bei diesen oft die erste Infektion mit einem Influenzavirus-Subtyp ist und sie dagegen noch kein immunologisches Gedächtnis besitzen. Infizierte Kinder scheiden auch mehr Viren über einen längeren Zeitraum aus als Erwachsene und sind deshalb die Hauptverbreiter der Krankheit. Aus diesem Grund sind Kindergärten und Schulen bei der Ausbreitung von Influenza von zentraler Bedeutung."
Niedrige Impfrate
Nach allem, was man weiß, dürfte die Infektion durch feuchtes und kühles Wetter, besonders aber durch körperliche Nähe gefördert werden. Vor allem die Hände spielen bei der Übertragung offenbar eine wichtige Rolle. Mit Hygienemaßnahmen lässt sich daher bis zu einem gewissen Grad eine Barriere errichten. Dazu gehört vor allem häufiges Händewaschen. Wer in die offene Hand hustet oder niest, erhöht das Risiko für sich und seine Umgebung. Im direkten Kontakt mit Babys, chronisch kranken oder alten Menschen ist während einer Grippeepidemie ein Mundschutz angeraten.

Univ.-Prof. Dr. Popow-Kraupp: „Die wirksamste spezifisch vorbeugende Maßnahme gegen die Influenzaviren bleibt die Impfung. Die Grippeimpfung ist sehr sicher und gut verträglich.“ Bei Erwachsenen wirkt die Impfung innerhalb weniger Tage. Bei Kindern bis zum achten Lebensjahr sind zwei Teilimpfungen nötig. Warum das Impfangebot in Österreich so schlecht angenommen wird, bleibt ein Rätsel. In einer aktuellen Studie des Zentrums für Public Health der Wiener Universität wird vermutet, dass die Verwechslung mit den banalen Infekten dazu beiträgt, dass sich in Österreich weniger als zehn Prozent der Menschen impfen lassen – wobei die Impfrate seit 2006 sogar leicht rückläufig ist. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt die Impfrate knapp 30 Prozent, in den Niederlanden sogar 46 Prozent.

Wen die Influenza erwischt hat, der kommt um Bettruhe nicht herum. Dazu sind als Therapie Fiebersenker und viel Flüssigkeit nötig. Wer seinem Körper keine Erholungsphase gönnt oder ihn zu früh wieder stark belastet, riskiert mitunter sein Leben. Denn die Infektion könnte auch auf den Herzmuskel übergreifen. Sport und andere körperliche Belastungen kommen erst wieder in Frage, wenn alle Begleitsymptome wie Fieber, Gliedschmerzen und Abgeschlagenheit abgeklungen sind und man sich wieder wohlfühlt.

Heinz Macher
Jänner 2014



aus: nachrichten.at vom 3. Jänner

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