Suchen

Impfenschuetzt

Im Rahmen der 42. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie und der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie in Linz hörten wir uns auch einen Vortrag von OA Dr. Holger Flick (MedUni Graz) zum Thema „Update zu relevanten Impfungen in der Pneumologie“ an.

Zusammengefasst möchten wir uns der Meinung von Dr. Flick anschließen und Ihnen nachfolgende Impfungen empfehlen:

Pertussis (lateinisch für starker Husten) Diese Impfung gegen Keuchhusten wird besonders Lungentransplantierten sehr empfohlen.

Pneumokokken: Als Impfstoff gegen die bakterielle Lungenentzündung wird der Impfstoff Privenar 13 (PCV 13) empfohlen. Dieser Impfstoff enthält 13 der 14 häufigsten Pneumokokken-Serotypen in Europa.

Influenza (Grippe): Für Immunsuprimierte Personen wird ein vierfach-Impfstoff dringend angeraten. Nach mindestens 4 Wochen ist eine weitere Impfung empfohlen.

In den Impfempfehlungen des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz lautet die Empfehlung etwas wissenschaftlich wie folgt:
„Bei Immunsuppression sequentielle Impfung: zuerst trivalent adjuviert (teilweise altersabhängig auch off-label), im Intervall von mindestens 4 Wochen in Abhängigkeit von der epidemiologischen Lage eine weitere tri- oder tetravalent, inaktivierte, nicht adjuvierte Impfung.“

Univ.-Prof. Dr. Tobias Welte von der Med. Hochschule Hannover meinte in seinem Kommentar bez. Impfschäden:
"Das ist so als hätte man Angst, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt."

Diese Formulierung war natürlich etwas überspitzt und man soll Impfschäden auch nicht leugnen, jedoch sind schwere Impfschäden äußerst selten. Je nach Studie treten diese ca. einmal bei drei Millionen Impfungen auf.
Leichte Reaktionen hingegen (Rötungen oder Schwellungen an der Impfstelle) treten häufig auf und stellen meist eine (gewollte) Antwort des Immunsystems auf die Impfung dar.

Vor dem Hintergrund, dass die genannten Impfungen, insbesondere bei gefährdeten Personen, auch vom Bundesministerium empfohlen werden, ist es unverständlich, dass diese Impfungen nicht kostenlos angeboten werden.

Thomas Tost