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Offen Medikamentendose mit Kapseln. (05-12-09 © brandon parry, iStockphoto)


„Wenige Medikamente sind so umstritten wie Antibiotika. Sowohl auf Seiten der Ärzte als auch auf Seiten der Patienten kann man „zwei Lager“ beobachten: einerseits Ärzte, die mit dem Verschreiben von Antibiotika sehr freizügig umgehen, und Patienten, die bei jeder Erkältung ein Antibiotikum verlangen; andererseits Ärzte, die Antibiotika nur in genau definierten Fällen anwenden und Patienten, die partout keine Antibiotika einnehmen wollen – auch dann nicht, wenn sie notwendig wären, um eine schwere Erkrankung zu bekämpfen.“

„Antibiotikum“ (griechisch) bedeutet übersetzt „gegen das Leben“ – und zwar das von Krankheitserregern. Antibiotika sind nur gegen Bakterien wirksam, nicht gegen Viren, Parasiten (z.B. Würmer), Pilze.
 

Welches Antibiotikum passt für mich?


Manche Antibiotika wirken gegen ein breites Spektrum von Bakterien („Breitband-Antibiotika“), manche nur gegen wenige spezifische. Je nach Erkrankung, vermuteten/nachgewiesenen Bakterien und Schweregrad wählt der Arzt ein Antibiotikum aus. Er entscheidet über richtige Dosierung und Dauer der Einnahme. Berücksichtigt werden Alter des Patienten sowie die Funktion von Leber und Nieren des Betroffenen.
 

Wann sollten Antibiotika eingesetzt werden?


Nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist: So selten wie möglich, aber so oft wie nötig, d.h. z.B nicht bei (leichten) Erkältungen. Nur bakterielle Infektionen dürfen mit Antibiotika behandelt werden.
Auch vor bestimmten Operationen (z.B. im Darmbereich) oder Eingriffen bei gewissen nicht infektiösen Erkrankungen (z.B. Zahnbehandlungen bei Menschen mit künstlicher Herzklappe) werden Antibiotika im Vorhinein oder während des Eingriffes zum Schutz vor bakteriellen Infektionen eingesetzt.
Bei sehr schweren Infektionserkrankungen sowie anderen Erkrankungen, bei denen eine Bakterieninfektion schnell gefährlich werden könnte (z.B. bei künstlicher Schwächung des Immunsystems durch Medikamente), setzt der Arzt meist sofort ein Breitband-Antibiotikum ein. So kann man eine bakterielle Infektion rasch behandeln, ohne zu wissen, welcher Erreger für die Infektion verantwortlich ist.
Die Einnahme von Antibiotika muss immer mit einem Arzt besprochen werden, auch wenn man bestimmte Beschwerden hat, gegen die früher ein bestimmtes Antibiotikum gut gewirkt hat.
 

Wie können Antibiotika verabreicht werden?


Ein Antibiotikum muss regelmäßig, in der richtigen Dosis und lange genug angewandt werden. Überlebt nur ein geringer Anteil der krankheitserregenden Bakterien, können sich diese wieder vermehren; die Erkrankung kann erneut ausbrechen. Eine zu kurze Einnahme kann zu Resistenzentwicklung führen.
Mögliche Nebenwirkungenkönnen bei der Einnahme von Antibiotika auftreten.
Antibiotika töten in der Regel nicht nur die krankheitserregenden Bakterien, sondern auch nützliche, wie z.B. Darmbakterien (wichtig für die Verdauung, was zu Durchfall, Blähungen, Magen-Darmbeschwerden führen kann), oder die Milchsäurebakterien, (mögliche Folge: Scheidenpilzinfektionen).
 

Worauf Sie bei der Einnahme von Antibiotika achten sollten

  • Alkohol
    Wirkung und Nebenwirkungen können sich gegenseitig beeinflussen.
  • Verhütung
    Die Wirkung der "Pille" kann durch die Einnahme von Antibiotika herabgesetzt sein. Besser zusätzlich ein nicht-hormonelles Verhütungsmittel verwenden.
  • Milch/ Milchprodukte
    können die Aufnahme bestimmter Antibiotika herabsetzen. Beipackzettel lesen!
  • Sonne
    sollte man meiden, da die Haut sehr sensibel auf Sonnenlicht reagieren kann. Ob dies auf das jeweilige Medikament zutrifft, entnimmt man Packungsbeilage!
 
netdoktor.at  Stand: November 2013. 13 (gekürzt)

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