Suchen

§ 62a Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz (KAKuG)
Entnahme von Organen oder Organteilen Verstorbener zum Zwecke der Transplantation
(1) Es ist zulässig, Verstorbenen einzelne Organe oder Organteile zu entnehmen, um durch deren Transplantation das Leben eines anderen Menschen zu retten oder dessen Gesundheit wiederherzustellen. Die Entnahme ist unzulässig, wenn den Ärzten eine Erklärung vorliegt, mit der der Verstorbene oder, vor dessen Tod, sein gesetzlicher Vertreter eine Organspende ausdrücklich abgelehnt hat. Die Entnahme darf nicht zu einer die Pietät verletzenden Verunstaltung der Leiche führen.
(2) Die Entnahme darf erst durchgeführt werden, wenn ein zur selbständigen Berufsaus-übung berechtigter Arzt den eingetretenen Tod festgestellt hat. Dieser Arzt darf weder die Entnahme noch die Transplantation durchführen. Er darf an diesen Eingriffen auch sonst nicht beteiligt oder durch sie betroffen sein.
(3) Die Entnahme darf nur in Krankenanstalten vorgenommen werden, die die Voraussetzungen des § 16 Abs. 1 lit. a und c bis g erfüllen.
(4) Organe oder Organteile Verstorbener dürfen nicht Gegenstand von Rechtsgeschäften sein, die auf Gewinn gerichtet sind.

Das heißt, es ist in Österreich per Gesetz erlaubt Menschen deren Hirntod unwiderruflich festgestellt wurde Organe zum Zwecke der Transplantation zu entnehmen. Zwei voneinander unabhängige Ärzteteams stellen zuvor die Hirntoddiagnostik. Um tatsächlich Organe entnehmen zu dürfen muss weiterhin sichergestellt sein, dass der mögliche Spender, oder sein gesetzlicher Vertreter, einer Organentnahme nicht widersprochen hat. Dazu wird in das österreichische Widerspruchsregister (geführt vom ÖBIG, Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheit) Einsicht genommen, ob dort der Widerspruch dokumentiert ist. Ebenso wäre es ausreichend seinen Widerspruch schriftlich mit Unterschrift bei sich zu tragen (z.B. bei den Ausweispapieren). Liegt kein Widerspruch vor werden in der Regel die Angehörigen gefragt ob sie einer Organentnahme zustimmen, obwohl dies in Österreich per Gesetz nicht erforderlich wäre. Dabei wird auf den schonenden und würdevollen Umgang besondere Rücksicht genommen. Die Befragung der Angehörigen erfolgt aus Gründen der Ethik, es wäre Angehörigen nur schwer zu erklären, dass Organe entnommen werden wenn Diese mit der Vorgangsweise große Probleme hätten. Zudem Diese mit dem Tod des geliebten Menschen ohnehin schon schwer belastet sind.

Die Frage ob man dann auch wirklich Tod sei, taucht doch immer wieder auf. Mediziner erklären dazu: Das Gehirn steuert die gesamten Lebensfunktionen des Körpers (Temperaturregulierung, Puls, Atmung, usw.), sind die Gehirnfunktionen nun unwiderruflich ausgefallen, bedeutet dies das absolute, unwiederbringliche Ende des Lebens. Würde man nun die Maschinen abstellen würde der Körper unmittelbar abkühlen und sämtliche künstlich erhaltenen Aktivitäten einstellen. Allerdings wären damit auch die wertvollen Organe verloren.