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Die Jungen Transplantierten haben eindeutig sehr großen Spaß am Yoga. Also war es nur eine Frage der Zeit bis wir wieder in bequeme Kleidung schlüpften und unsere dritte Übungseinheit starteten. Am 13.September 2016 war es soweit. Natürlich wieder mit der wunderbaren Rani Schmidt, Yogalehrerin und selbst lungentransplantiert. Sie hat sich wieder einiges für uns einfallen lassen. Im Vordergrund steht wie immer die Mobilisation des Brustkorbes und des Rückens. Für eine vertiefte Atmung und deshalb für uns, besonders wichtig.

Yoga 13Sep2016

Wir begannen unsere 90-minütige Einheit diesmal mit der sogenannten Faszienrolle. Als Faszien bezeichnet man das Gewebe welches die Muskulatur umgibt. Verklebte Faszien bereiten Probleme in der Beweglichkeit und können Schmerzen auslösen. Von den Waden bis zum Nacken – fast unseren ganzen Körper haben wir über der Rolle hin- und her bewegt. An manchen Stellen war es sehr angenehm, an manchen ziemlich schmerzhaft. Aber wir hatten das Gefühl, unserem Körper etwas Gutes getan zu haben.

Die richtige Körperhaltung ist das A und O beim Yoga. Die Verteilung des Gewichtes auf beide Beine sowie auf Ballen und Fersen, die Knie nicht durchstrecken, Bauchnabel Richtung Wirbelsäule ziehen, Atmen nicht vergessen - und natürlich immer lächeln! Und das ist noch lange nicht alles. Wir standen mit geschlossenen Augen da, nur um diese Haltung zu verinnerlichen und unseren Körper zu spüren.

Anschließend machte uns Rani mit dem Sonnengruß, im Yoga Surya Namaskar genannt, bekannt. Er dient zum Aufwärmen der Muskulatur vor den weiteren Yogaübungen, den sogenannten Asanas. Der Sonnengruß besteht aus 12 Positionen, die ineinander übergehen und im Atemrhythmus miteinander verbunden geübt werden. Eine Yogaübung für Körper, Geist und Seele. Man atmet ein, wenn man sich „öffnet“ und dehnt, und atmet aus, wenn man sich „zusammenfaltet“, also in sich geht. Es besteht die Möglichkeit, einzelne Positionen und die Geschwindigkeit anzupassen. Da jeder Körper anders ist, passt nicht jede Variante für jeden Menschen, erklärt Rani. Um es uns Anfängern nicht zu schwer zu machen, hat uns Rani einige Übungen in einer einfacheren Variante vorgestellt. So hatten auch wir das Erfolgserlebnis, den Sonnengruß vom Anfang bis zum Ende durchgeführt zu haben. Und das sogar mehrmals hintereinander.

Zum Schluss war wieder Zeit für eine Entspannungsübung. Wir lauschten Rani´s sanfter Stimme und ihren beruhigenden Worten, der Musik und den Klängen des Gongs bevor wir zurück kamen ins Hier und Jetzt.

Im Namen aller Jungen Transplantierten, die an dieser Yogaeinheit teilgenommen haben, bedanke ich mich bei Rani für ihre Zeit. Es war uns wie immer eine große Freude und ich hoffe, es war nicht die letzte Möglichkeit, in die Welt des Yoga einzutauchen.

Autorin – Melanie Schuh