25. Oktober 2019

Durch die sehr negative Berichterstattung Anfang Oktober in den Medien zu Prof. Klepetko und das Lungentransplantationszentrum in Wien sahen wir uns veranlasst gemeinsam mit dem Bundesverband Selbsthilfe Österreich zu einer Pressekonferenz zu laden. Diese Pressekonferenz fand am 24.10. in Michl’s Restaurant nahe des Wiener Rathauses statt.

 

Am Podium saßen Angelika Widhalm und Ernst Leitgeb für den Bundesverband und ich als Obmann unseres Verbandes.

Meine Grundaussagen waren:

  • Die Kooperation des Wiener Transplant-Zentrums mit den Nicht-Eurotransplant-Ländern war und ist ein großer Vorteil für die Patientinnen in Österreich.
    Dadurch stehen österreichischen Patientinnen mehr Organe zur Verfügung.
    Zudem freue ich mich über jedes durch eine ordnungsgemäße Organvergabe gerettetes Leben – egal welcher Nationalität.
  • Ich bin enttäuscht von der undifferenzierten Übernahme des Artikels der Süddeutschen Zeitung durch manche Medien. Es wurde dadurch das Vertrauen vieler Menschen in Österreich in die Transplantationsmedizin zerstört. Die Folgen für die Patientinnen sind noch nicht absehbar.
  • Durch diese Form der Berichterstattung wurde der gute Ruf eines hervorragenden Zentrums und Desjenigen der es aufgebaut hat schwer geschädigt – nämlich der von Prof. Klepetko.
    Medien haben natürlich die Aufgabe Missstände offen zu legen und Medien haben eine große Macht die Meinung von Menschen zu beeinflussen. Diese Macht verlangt Verantwortung.

Ernst Leitgeb und Angelika Widhalm legten die negativen Folgen dieser Berichterstattung für das gesamte Transplant-Wesen in Österreich dar. Die Verunsicherung in der Bevölkerung könnte dazu führen, dass die Eintragungen im Widerspruchsregister zunehmen werden. Im Widerspruchsregister kann man sich eintragen lassen, wenn man nach seinem eventuellen Hirntod keine Organe für eine Transplantation entnehmen lassen möchte.
Weiters wurde darauf hingewiesen, dass auch unter Personen auf der Warteliste eine starke Verunsicherung herrscht ob nun weiterhin Organe zur Verfügung stehen würden und der gute Weg des österreichischen Transplantationsgeschehens fortgesetzt werden könne.

Abschließend möchte ich mich beim Bundesverband Selbsthilfe Österreich für die hervorragende Unterstützung bedanken.

Ich freue mich, dass die negative Berichterstattung nun relativ rasch ein Ende genommen hat und zwischenzeitlich von Eurotransplant und ÖBIG Transplant dargelegt wurde, dass im Lungentransplantzentrum in Wien die Organvergaben ordnungsgemäß erfolgten.
Eine endgültige Bestätigung über die ordnungsgemäßen Abläufe wird aber erst nach dem Abschluss des Audits vorgelegt und veröffentlicht werden können.

Thomas Tost, Obmann

Kontakt

Österreichischer Verband der
Herz- und Lungentransplantierten

Obere Augartenstraße 26-28/II/1.09
1020 Wien

Telefon: +43 (0)1 5328769
E-Mail: verband@hlutx.at

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